Lean Construction
   
Bauprozesse ohne Verschwendung
 
100 Expertinnen und Experten diskutierten am 10.11.2017 an der FH Kufstein Tirol über die Anwendung von Prinzipien des Lean Managements im Bau. Zwei Masterstudiengänge haben gemeinsam mit der Firma Riederbau den 14. PQM-Dialog organisiert.

Beim 14. Prozess- und Qualitätsmanagement (PQM)-Dialog sind 100 Expertinnen und Experten nach Kufstein gekommen um sich über Lean Management im Bau auszutauschen. Organisiert haben die Veranstaltung Prof. (FH) DI Dr. Martin Adam, Studiengangsleiter ERP-Systeme & Geschäftsprozessmanagement und Asc. Prof. (FH) Mag. (FH) Emanuel Stocker, stellvertretender Studiengangsleiter Facility- & Immobilienmanagement im Kooperation mit Riederbau.

Bauwesen kann von industrieller Fertigung lernen

Dr. Martin Fiedler, Kaufmännischer Leiter der Lean Construction Beratung IBFU, zeigte in seinem Eingangsreferat, dass Prinzipien der Arbeitsteilung, Modularisierung und Standardisierung seit jeher am Bau angewendet werden. Lernbedarf bestehe im Bauwesen aber insbesondere bei der Koordination der Beteiligten. Hier gäbe es gute Ansätze in der industriellen Fertigung, beispielsweise wie Abläufe Transparenz schaffen und wie ein Teamgefühl entsteht.

Dipl.-Ing. Simon Halmburger, Leiter der Immobilienbereitstellung von BMW in München, beschrieb die Vorteile von Lean Construction aus Sicht des Auftraggebers von Bauvorhaben. Er betonte im Besonderen die kurzen Bauzeiten, die termingerechte Fertigstellung teilweise sogar vor dem geplanten Termin sowie die niedrigeren Baukosten im Vergleich.

Übersicht durch Planungsboards

Wie diese Ziele aus Bauherrnsicht zu erreichen sind, zeigten sowohl Josef Scharnagl von Dress & Sommer als auch Maximilian Weik, MSc, von Refine auf. Beide Consultants beschrieben die Vorgehensweise von der Grobplanung über die Taktplanung bis hin zur tagesgenauen Feinplanung. Über meist papierbasierte Planungsboards werden die Tätigkeiten für alle Beteiligten sichtbar gemacht. Indem Terminabweichungen an die nachfolgenden Gewerke rückgemeldet werden, können diese rechtzeitig reagieren.

Im Schlussreferat gab DDI Gernot Wagner, Geschäftsführer der Design & Engineering GmbH von PORR, einen Ausblick in die digitale Zukunft des Bauens. Im Mittelpunkt stand dabei das Building Information Modelling (BIM), das mit Hilfe von Software alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert und das Bauwerk als virtuelles Modell erfasst. Auch papierbasierte Planungstafeln löst PORR durch elektronische Planungsboards ab, die auch auf der Baustelle zum Einsatz kommen.
 
Quelle: FH Kufstein
ANSPRECHPARTNER

Marco Osl
Telefon:
E-Mail: